1. Eltern-Initiativ-Kindertagesstätten (EiKiTa)
EiKiTas (Kinderläden) sind eine Form von sozialen Unternehmen, die in Deutschland schon lange existieren. Sie werden von Eltern oder Erziehern in den Nachbarschaften gegründet, um ein besonderes, pädagogisches Angebot für Kinder in Selbsthilfe bereitzustellen. Die soziale Zielsetzung ist hier meistens, eine qualitativ hochwertige Betreuung von Kindern anzubieten und z.B. besondere Öffnungszeiten zu garantieren etc. Dafür schließen sich Eltern und Erzieher zusammen, um eine eigene Einrichtung zu gründen. Durch staatliche Einnahmen (in Berlin über Leistungsverträge), Elternbeiträge und Spenden sowie durch freiwillige Mitarbeit auf Gegenseitigkeit wird ein Finanzierungsmix hergestellt, der es ermöglicht, dass die Einrichtungen kostendeckend geführt werden und auch Eltern mit weniger Einkommen das Angebot wahrnehmen können. Für die Erzieher entstehen einerseits sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und andererseits sind sie an der Gestaltung ihrer Arbeitsplätze beteiligt. Die Kommune spart gegenüber staatlich organisierten Einrichtungen erhebliche Kosten. EiKitTas werden überwiegend in der Rechtsform des Vereins geführt. Etwaige Überschüsse werden zur Verbesserung der pädagogischen Arbeit und / oder zur Ausweitung des Angebots eingesetzt. Die Verwaltung und Organisation erfolgt kollektiv und kooperativ. Die Gründung von Kinderläden hat auch zu einer Änderung der Angebote in den staatlich organisierten Einrichtungen geführt.

2. Stadtteilbetriebe
Stadtteilbetriebe (in der Rechtsform von GmbHs oder als Stadtteilgenossenschaften) werden gemeinsam von unterschiedlichen Gruppen – oft als Gründung einer Bürgerinitiative – im Stadtteil gegründet, kontrolliert und getragen. Ihre wirtschaftlichen Aktivitäten dienen der Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil. Entsprechend sind die Bewohner des Stadtteils Hauptanteilseigner (sog. Shareholder) und/oder sog. Stakeholder (beteiligte Betroffene) des Unternehmens. Sie gründen solch ein Unternehmen, um Belange des Stadtteils "in eigener Regie" anzugehen. Hauptmotiv ist oftmals, einer wirtschaftlichen und sozialen Abwärtsspirale vor Ort entgegenzuwirken. Dafür werden im Stadtteil Bündnisse, zum Beispiel in Form von lokalen Partnerschaften oder Lokalen Foren, aufgebaut. Aus diesen Bündnissen heraus entstehen u.a. dann solche sozialen Unternehmen. Die Überschüsse werden nicht an die Mitglieder ausgeschüttet, sondern verbleiben als Rücklage im Unternehmen und werden zur Realisierung der gemeinsam festgelegten sozialen Zielsetzungen verwendet. Diese Stadtteilbetriebe zeichnen sich gegenüber anderen sozialen Unternehmen vor allem durch die Vielfalt ihrer Stake- und Shareholder, ihrer Geschäftsbereiche und ihrer Zielsetzungen aus. In Berlin existieren – auch als Reaktion auf die Aussage des Senats, beschäftigungsorientierte Genossenschaften fördern zu wollen - bereits mehrere Stadtteilgenossenschaften. Bei dem einen Stadtteilbetrieb der genossenschaftlichen Art handelt es sich um die Sozialgenossenschaft des Pfefferwerks im Ortsteil Prenzlauer Berg; zum anderen existiert seit 2001 die Stadtteilgenossenschaft Wedding, deren Gründung vom Quartiersmanagement Sparrplatz tatkräftig unterstützt wurde. Im Bezirk Marzahn-Hellerdorf hat sich die Genossenschaft Plattenberg gegründet.